Artenschutz

Artenschutz

Das Gebiet ist Heimat vieler geschützter Tierarten, die durch die Windkraftanlagen erheblich gestört werden. Insbesondere für Großvögel sind die Rotorbewegungen sogar eine unmittelbare Lebensgefahr.  Aber auch Fledermäuse und viele weitere Tierarten sind durch die Industrialisierung ihres Lebensraumes betroffen.

Vögel

Zählen wir nur die bekanntesten auf:

  • Rotmilane brüten in unmittelbarer Nähe der geplanten Anlagen.
    Das Kollisionsrisiko von Rotmilanen mit Windkraftanlagen wird in verschiedenen Studien als „hoch“ bewertet1  Außerdem hat Deutschland eine besondere Verantwortung für den Rotmilan, da hier gut die Hälfte des Weltbestandes lebt.
  • Seeadler fliegen häufig über die betreffenden Stellen.
    Das Kollisionsrisiko beim Seeadler wird in der o.a Studie sogar mit „sehr hoch“ bewertet.  Studien sehen einen signifikanten Zusammenhang zwischen sinkendem Bruterfolg und der Errichtung von Windkraftanlagen.2
  • Rohrweihen jagen in unmittelbarer Umgebung der geplanten Anlagen.
  • Singschwäne fliegen als Überwinterungsgäste schwarmweise über das betroffene Gebiet.  Insbesondere bei Schwänen wiegt das Argument der Lebensraumentwertung durch Windkraftanlagen noch schwerer als das Kollisionsrisiko, da sie großen Abstand von den Anlagen halten.
  • Der Kiebitz brütet gerade wieder auf einer wiedervernäßten Wiese ganz in der Nähe der Anlagen.  Kiebitze halten aber einen Mindestabstand von 300m zu Windkraftanlagen ein.3

Und dies sind natürlich nur die bekanntesten und bestuntersuchtesten Arten und somit die Spitze des Eisbergs.

Für das Land Brandenburg gibt es eine hochaktuelle und sehr genaue Dokumentation über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel. 4    Es sind dort alle Schlagopfermeldungen für die relevanten Vogelarten und alle anderen verfügbaren Studien in die Bewertung eingeflossen.  Hervorzuheben ist auch, dass auch die Lebensraumentwertung durch Windkraftanlagen berücksichtigt wird. Wenn Vögel die Anlagen meiden, sind zwar weniger Schlagopfer zu erwarten, andererseits wird gerade dann ihr Lebensraum durch die Windanlagen stark reduziert.

Säugetiere
  • Fledermäuse
    Im „Eiskeller Mönchneversdorf“ sind sechs Fledermausarten nachgewiesen. Auch die seltene Wasserfledermaus gehört dazu.  Insgesamt gilt  Mönchneversdorf als die zweitgrößte Fledermauspopulation in Schleswig-Holstein, gleich nach dem Segeberger Vorkommen, das in den dortigen Kalkhöhlen heimisch ist.
    In Bad Segeberg haben die dortigen Fledermäuse den Ausbau der A20 um zwanzig Jahre verzögert, weil diese Arten sehr empfindlich sind.  Und nun sollen bei uns 300m von den gleichen Fledermäusen entfernt Windkraftanlagen gebaut werden?
Amphibien
  • Besondern markant sind die Rotbauchunken, die in unmittelbarer Nachbarschaft der geplanten Anlagen leben.  Die Rotbauchunke gilt  in Deutschland als stark gefährdet5 , und braucht ein funktionierendes Biotopsystem.
    Der Einfluss von Lärm und Schall auf die Kommunikation der Unken ist bisher u.W. nicht untersucht.
  1. siehe etwa SPRÖTGE , M., E. SELLMANN & M. REICHENBACH (2018): Windkraft Vögel Artenschutz. Ein Beitrag zu den rechtlichen und fachlichen Anforderungen in der Genehmigungspraxis. Books on demand, Norderstedt, 229 S.[]
  2. NYGÅRD, T., K. BEVANGER, E. L. DAHL, Ø. FLAGSTAD, A. FOLLESTAD , P. L. H OEL, R. MAY & O. R EITAN (2010): A study of White-tailed Eagle Haliaeetus albicilla movements and mortality at a windfarm in Norway. BOU Proceedings – Climate Change and Birds.[]
  3. MÖCKEL, R. & T. WIESNER (2007): Zur Wirkung von Windkraftanlagen auf Brut- und Gastvögel in der Niederlausitz (Land Brandenburg). Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen Band 15, Sonderheft:1-136.[]
  4. Obige Quellenangaben stützen sich auf diese Dokumentation.[]
  5. https://www.bfn.de/artenportraits/bombina-bombina[]