Geld und Finanzen

Wertminderung der Anliegergrundstücke

Nach einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung1
sinken die Preise für ein Einfamilienhaus im Abstand von einem Kilometer im Durchschnitt um  7,1% . Allerdings ist dieser Wertverlust nur ein Durchschnitt: Der Wertverlust bei alten Häusern in ländlichen Gebieten wird mit 23% beziffert. Man beachte zusätzlich, dass diese Untersuchung zu einer Zeit angestellt wurde, als die Windräder noch wesentlich kleiner und der Mindestabstand zur Wohnbebauung höher war.

Damit kann man für die überwiegende Zahl der Hausbesitzer in Langenhagen, Scheelholz und Mönchneversdorf einen Verlust von fast einem Viertel ihres Grundvermögens vorhersagen.

Als Überschlagsrechnung für den gesamten Vermögensverlust in der Region schätzen wir für Langenhagen knapp 100 Grundstücke und den Durchschnittswert eher zu niedrig auf etwa 200 000 Euro, dann werden durch den geplanten Windpark allein in Langenhagen geschätzt 5 Millionen Euro Grundvermögen vernichtet.

Gemeindefinanzen

Was bringt der Windpark der Gemeinde Ein?

Die Gemeinde Schönwalde am Bungsberg hat einen Haushalt von etwa 4 Millionen Euro pro Jahr.  Der Windpark würde der Gemeinde in den ersten Jahren keinerlei Gewerbesteuer einbringen, aber nach Aussagen der Betreiber etwa 125000 Euro im Jahr über §6 des EEG2.

Das sind gerade einmal 3% des Haushalts.   

Wollen wir für 3% Ertragssteigerung unsere Dörfer zu gesichtslosen Industriestandorten verkommen lassen?

Die Finanzierung der Kommunen im Allgemeinen

Die Gemeinden in Deutschland sind chronisch unterfinanziert.  Obwohl rund ein Viertel der öffentlichen Ausgaben aus kommunalen Kassen kommen, erhalten sie nur ein Siebtel der in Deutschland eingenommenen Steuergelder 3.

Die Gemeindeöffnungsklausel4 nutzt nun diese strukturelle Unterfinanzierung, um die Kommunen gegeneinander auszuspielen und zu einem möglichst schnellen Ausverkauf ihrer Landschaft zu ermuntern.

Wir halten es für keinesfalls sinnvoll, bei diesem Spiel mitzumischen. Die Gemeindefinanzen müssen strukturell auf eine solide Grundlage gestellt werden. Wir wollen nicht, dass unsere Lebensqualität in dieses Fass ohne Boden entsorgt wird.

Die Grundbesitzer

Dem Verlust für die einzelnen Bürger und den Peanuts für die Gemeinde stehen die Gewinne der Landbesitzer gegenüber.  Je nach Vertragsmodell und lokalen Einzelheiten können die Grundbesitzer mit mindestens 50 000 Euro Pacht pro Jahr rechnen5, bei Anlagen dieser Größenordnung vermutlich wesentlich mehr6.

Nun ist es sicherlich richtig, dass die bäuerliche Existenz oft schwierig ist, und dass trotz eines hohen Arbeitseinsatzes die Erträge mit Unsicherheit behaftet sind – nicht nur wegen des Wetters, sondern auch wegen der Abhängigkeiten aus Brüssel und der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von Leasingraten bis Düngemittelpreisen. Dass aber der Ausverkauf der Ressourcen und die Verwertung von bestem Ackerland zu Industrieparks keine Lösung ist, eine bäuerliche Lebensweise zu erhalten – sondern sie vielmehr abschafft – liegt doch eigentlich auf der Hand.

Wir sichern unseren Bauern ausdrücklich unsere Solidarität zu und sind gerne bereit, uns an sinnvollen Konzepten zum Erhalt der bäuerlichen Existenz zu beteiligen.

München

Und ja, wohin fließt der eigentliche Profit?

An der Spitze der Wertschöpfungskette stehen die Stadtwerke München mit einem Umsatz von 6,3 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 20257.  Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 428 Millionen Euro; die Stadt München erhält eine jährliche Gewinnausschüttung von 100 Millionen Euro.

Die Stadtwerke München haben, um vor allem in Norddeutschland ihren Strom zu erzeugen, die Tochterfirma „Hansewindkraft“ gegründet. (In Bayern selbst treten die SWM  übrigens unter ihrem eigenen Namen auf.)  Um das selbstgesteckte Ziel zu erreichen, München bis 2025 komplett mit „Öko“strom zu versorgen, wurde auch massiv in Windkraftanlagen in Norwegen und Polen investiert.8.

Die Unternehmenspolitik ist also überdeutlich: Die Profite gehen nach München, die Lasten müssen die Menschen außerhalb Bayerns tragen.

  1. Manuel Frondel, Gerhard Kussel, Stephan Sommer, Colin Vance: Local Cost for Global
    Benet: The Case of Wind Turbines. Ruhr Economic Papers Nr.791, 2019[]
  2. gemäß Aussage der HanseWindkraft auf der Einwohnerversammlung vom 30.3.2026[]
  3. https://www.staedtetag.de/presse/pressemeldungen/2025/staedtische-haushalte-kollabieren-reihenweise[]
  4. https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/themen/energie/windenergie-raeumliche-steuerung/gemeindeoeffnungsklausel[]
  5. https://www.terraren.de/post/windkraft-pacht-grundstueck[]
  6. wir haben keine Einsicht in die Verträge und sind deshalb auf begründete Mutmaßungen angewiesen[]
  7. https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail/swm-verdienen-genug-fuer-investitionen-und-stadtsaeckel-359823[]
  8. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-oekostrom-swm-1.4920796[]