Alternative Technologien

Es gibt eine Vielzahl von Technologien, die, angepasst and den jeweiligen Standort, die negativen Auswirkungen der Standard-Windkraftanlagen vermeiden.

Die heute gängigen Windräder mit drei senkrecht zur Windrichtung laufenden Rotorblättern – sogenannte HAWTs1 – haben schwerwiegende Nachteile, insbesondere wenn sie derart gigantische Ausmaße annehmen, wie die in Langenhagen geplanten.
ˆ Sie verschmutzen die Umgebung weithin und fast ununterbrochen mit Lärm.
ˆ Durch die entstehenden extrem hohen Geschwindigkeiten an den Rotorspitzen2  sind sie sehr gefährlich für Vögel und Fledermäuse.
Dagegen sind Windkraftanlagen, die parallel zur Windrichtung drehen (sogenannte VAWTs3), sehr viel leiser und ungefährlicher. Das häufig zu hörende Argument, diese menschen- und tierfreundlichere Technologie sei sehr viel ineffizienter als die herkömmlichen Windräder, gilt allerdings nur für einzelne Anlagen. Da man diese Anlagen sehr viel dichter aufstellen kann, läßt sich zeigen, dass diese Anlagen pro Quadratmeter sogar mehr Energie erzeugen können, als herkömmliche Anlagen4.

Warum werden dann aber weiterhin herkömmliche Anlagen gebaut und sogar immer größere? Die Antwort ist: Profit. Weil die herkömmlichen HAWTs in Massenproduktion hergestellt werden, sind sie in der Anschaung sehr viel billiger und der Gewinn, den die Aktionäre aus der Luft ziehen, ist beträchtlich höher als bei den ungefährlichen Anlagen.

Die VAWTs sind übrigens unempindlicher gegen geländespezische Windschwankungen und könnten sogar in Städten eingesetzt werden.

Angeblich kurz vor der Serienreife sind sogenannte bladeless-Technologien, die auf physikalisch anderen Prinzipien beruhen und bei denen sich nichts mehr dreht – vielmehr werden diese Geräte durch den Wind in Schwingungen versetzt, wodurch die Schallemissionen im Vergleich zu Rotoren extrem reduziert werden.

Fazit: Durch die Wahl angemessener Technologien könnten die schädlichen Einflüsse auf Mensch und Natur wesentlich abgemildert werden. Das geht soweit, dass entsprechende Anlagen auch innerhalb von Städten und in windarmen Regionen möglich wären.

  1. Die Abkürzung bezieht sich darauf, dass die Achse, um die der Rotor sich dreht, horizontal ist: „Horizontal Achsen Wind Turbine“[]
  2. um die 300km/h[]
  3. „Vertikal Achsen Wind Turbine“, das Grundprinzip ist von Wetterstationen mit den rotierenden „Löffelchen“ bekannt.[]
  4. Kern, Seebaß, Schlüter: Das Potenzial von vertikalen Windenergieanlagen im Kontext wachsender Flächennutzungskonflikte und Akzeptanzprobleme der Windenergie, Zeitschrift für Energiewirtschaft, 2019.[]